Warum verliert die christliche Kirche ihre jungen Leute wie Kevin? Dazu gibt es viele Untersuchungen und Antworten. Und noch mehr Reaktion auf diesen Misstand: von ansprechend gestalteten Gottesdiensten bis hin zu speziellen kirchlichen Events für Teens und Jugendliche.
Eine interessante Analyse zu jungen Menschen und Kirche spricht Dr. Carl R. Tueman (Professor für Kirchengeschichte am Westminster Theological Seminary, Glenside PA, USA) aus: „Die Kirche verliert ihre jungen Leute, weil die Eltern ihren Kindern nie beigebracht haben, dass sie wichtig ist. Ich denke, das gilt umfassend: Es bezieht sich auf das Glaubensleben in der Familie und auch, ob man jeden Sonntag in die Kirche geht und welche Priorität man dem Gottesdienst am Sonntag gegenüber seinen Kindern beimisst. Wenn die Sonne draußen scheint und ihre Freunde zum Strand gehen, entscheidest du dich, den Gottesdienst sausen zu lassen und zum Strand zu gehen? Wie auch immer – du sendest das Signal an deine Kinder, dass Kirche nicht wichtig ist.“ (Carl Trueman)
Im Original: “The church is losing its young people because the parents never taught their children that it was important. I think that applies across the board. It applies to family worship, and it also applies to whether you are in church every Sunday and what priority you demonstrate to your children church has on a Sunday. If the sun shines out and their friends are going to the beach, do you decide to skip church and go to the beach? In which case, you send signals to your children that it is not important.” (Carl Trueman) – Quelle: www.churchplants.com (dort auch einen ganzen Artikel auf englisch zu diesem Zitat).
Da ist meiner Ansicht etwas Wahres dran, denn meiner Ansicht liegt das Vorbild der Eltern als Nachahmungsaufforderung oder auch als Reibungspunkt viel tiefer und wiegt schwerer als die Versäumnisse der Kirche durch langweilige Gottesdienste, die an den jungen Menschen vorbeigehen. Wie viele Konfirmanden, Firmlinge und Teilnehmer des Biblischen Unterrichtes gehen sonntags alleine in die Kirche, weil sie halt sollen und die Eltern gönnen sich zu Hause einen freien Vormittag. Sie erziehen dadurch faktisch lauter als durch die Worte: „Geh du mal in die Kirche, das ist gut für dich …!“.
Das ist Prioritäten- und Vorbildsetzung, die durch die gute oder mangelhafte Gottesdienstgestaltung sicherlich ergänzt wird, aber niemals so tief im Leben liegt wie die Prägechance der elterlichen oder großelterlichen Praxis. Also Eltern: Hoch aus dem bequemen Sonntagsbett mit den Kindern! Und an und Pastoren und MItarbeiter: Gestaltet die Gottesdienste so lebensnah und ansprechend wie möglich für Kevin, seine Eltern und die Großeltern!
Fragen:
  • Was denkt ihr dazu?
  • Wie kann man die Eltern ermutigen, Glauben in der Familie zu leben?
  • Und gemeinsam als Familie in den Gottesdienst zu gehen?
  • Wie klappt das mit Familien, wo nur ein Elternteil an Jesus Christus glaubt und in den Gottesdienst geht?
  • Welche Chance haben da evtl. Großeltern gegenüber ihren Enkeln?

 

Bild: Max-Müller / pixelio.de

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